Quo vadis Schulsozialarbeit? - Interview mit mephisto 97.6 - Lokalradio der Uni Leipzig



Interview mit dem Leipziger Lokalradiosender mephisto 97,6 zur aktuellen Situation der Schulsozialarbeit in Sachsen - insbesondere der Kolleginnen und Kollegen, die bisher in Stellen arbeiten, die über das auslaufende Bildungs- und Teilhabepaket finanziert wurden.

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Rückblick

Fachtagung: "Neue Ansätze der Wirkungsforschung in der Schulsozialarbeit", Erfurt, 06./07.12.2010


Anliegen und Ziel der Fachtagung war es, neue Ansätze der Wirkungsforschung vorzustellen und zu diskutieren sowie den Austausch von Forschung und Praxis zu unterstützen. Darüber hinaus galt es auch Impulse für die Weiterentwicklung hinsichtlich der Wirkungs- und Nutzerforschung zu geben, auf Forschungsbedarfe zu schauen und Kooperationen zu initiieren.

Eröffnet wurde die Tagung mit einem Überblick über den Stand der Wirkungsforschung zur Schulsozialarbeit und einem Praxisbeispiel, was Schulsozialarbeit und Forschung verbindet. Im Kern wurden sechs Foren geboten, die einen Einblick in die Forschungslandschaft gaben. Verschiedene Perspektiven vermittelten in der Mehrzahl Professoren deutscher Universitäten, aber auch Gäste aus der Schweiz.
Man komme tendenziell, so Prof. Karsten Speck, zunehmend zur Grundlagenforschung, hypothesenprüfenden- und Ergebnisforschung sowie zu Längsschnittforschung nachdem man die letzten Jahre auf beschreibende-, strukturelle- und einmalig erhebende Arbeiten gesetzt habe.

In der Mehrzahl der Foren sowie der Praxisbeschreibungen wurde deutlich, dass die Vernetzung von Einzelnen als auch sozialräumliche Strukturen einen großen Einfluss auf die Ergebnisse der Schulsozialarbeit haben.
Laut Dr. Bolay (Uni Tübingen) habe die fachliche Orientierung von Schulsozialarbeit einen bedeutenden Einfluss auf ihre Wirkungsmöglichkeiten (Schulorientiert/ Sozialraumorientiert).

Dabei stelle dies für die Forschung eine große Herausforderung dar, da die überaus positiven Wirkungseffekte einer sozialräumlich eingebundenen Schulsozialarbeit in der Zuschreibung nicht klar zuzuordnen seien - werden sie nun durch die Schulsozialarbeit selbst oder vor allem durch die Strukturen erzielt?

Besonders interessant waren Bolays Ausführungen zum Thema sozialraumliche Nutzung der Schulsozialarbeit aus biographischer Perspektive unter der Überschrift "Biographischer Gebrauchswert". An dieser Stelle wurden die sich bietenden Chancen sehr konkret deutlich: mehrfache Zugänge, verschiedene Rollen, Nutzung der Differenz, "Lebensort" überschreitend, Nutzung biographischer Bedeutsamkeiten und Ressourcenerweiterung sind nur einige Stichpunkte.

Es wurde auch hier deutlich, dass bei der Frage nach der Wirkung von Schulsozialarbeit die Strukturen von entscheidender Bedeutung sind.
Wie Prof. Karsten Speck betonte, sei es wenig sinnvoll, nur zu messen "was Hinten raus kommt", vielmehr muss auch der genaue Blick auf die Rahmenbedingungen gerichtet sein.

Übertragen auf die aktuelle Situation in Sachsen bedeutetet dies: Die aktuelle Kürzungspolitik Sachsens und vieler Landkreise führt zu einer Verschlechterung der Angebotsstruktur und schränkt die Wirksamkeit der Schulsozialarbeit deutlich ein.

Hier lässt sich auch die Frage stellen, warum nur rund 10 Prozent der TeilnehmerInnen der Fachtagung aus den ostdeutschen Bundesländern kamen? Kommt darin möglicherweise der aktuelle Stellenwert der Schulsozialarbeit in Sachsen, Thüringen und Co. schon deutlich zu Ausdruck?

Sicher wäre dieser Rückschluss so zu einfach und doch scheint die Schulsozialarbeit in den westdeutschen Bundesländern sehr viel größere Aufmerksamkeit und Bedeutung zu genießen.
Ein Satz zum Aufhorchen war - "Bei uns hätte kein Politiker die Chance auf Wiederwahl, wenn er die Schulsozialarbeit kürzen würde."

Organisiert und durchgeführt wurde die zweitägige Veranstaltung vom Kooperationsverbund Schulsozialarbeit, der sich aus Experten verschiedener Verbände zusammensetzt (AWO Bundesverband, BAG Evangelische Jugendsozialarbeit, GEW-Hauptvorstand, Internationaler Bund und IN VIA katholische Mädchensozialarbeit - Deutscher Verband)

Kay Steinbacher-Lodl
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Zurückgewinnen! Umgang mit Schuldistanz - Handreichung für Lehrer

Die Broschüre des sächsischen Staatsministeriums für Kultus "Zurückgewinnen! Umgang mit Schuldistanz" ist erschienen.
Der Autor, Andreas Wiere, lenkt mit dieser Handreichung den Blick auf Intervention, Prävention sowie pädagogische Maßnahmen.

Broschüre "Zurückgewinnen! Umgang mit Schuldistanz" (pdf-Format 484 KB)

Quelle: www.sachsen-macht-schule.de
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Zur aktuellen Situation der Schulsozialarbeit in Sachsen - Stellungnahme der LAG Schulsozialarbeit Sachsen e.V.

Stellungnahme LAG Schulsozialarbeit 2010 (pdf)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ausgehend von den Veränderungen durch die Verwaltungs- und Funktionalreform 2008 und den gegenwärtigen drastischen finanziellen Einschnitten in den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales erleben wir eine bisher beispiellose Abnahme von strukturellen Ressourcen in der Sozialen Arbeit im Freistaat Sachsen.

Unter dem gigantischen finanziellen Druck, der auf den Kommunen und Landkreisen lastet, werden derzeit ganze Bereiche in der sozialen Arbeit, insbesondere in der Jugendhilfe abgebaut bzw. umstrukturiert.

Dabei sind Strukturen im Bestand gefährdet, die schon bisher finanziell unterversorgt waren, dabei aber immer noch professionell und effizient arbeiteten.

Dem Kostendruck fallen dabei auch in großem Umfang bisherige fachliche Standards zum Opfer und den Leistungsarten in der Jugendhilfe wird mit der Begründung der finanziellen Erfordernisse die strukturelle Mindestausstattung entzogen. Dies beraubt sie ihrer wichtigsten Gelingensvoraussetzungen.

Von diesen Entwicklungen ist die Leistungsart Schulsozialarbeit in den Landkreisen und Städten in Sachsen äußerst unterschiedlich betroffen.

Das Ihnen vorliegende Positionspapier "Zur aktuellen Situation der Schulsozialarbeit in Sachsen - Stellungnahme der LAG Schulsozialarbeit Sachsen e.V." wurde im Rahmen der Jahrestagung der LAG Schulsozialarbeit Sachsen von den Mitgliedern der LAG erarbeitet.

In dieser Stellungnahme wurde die Position der LAG Schulsozialarbeit Sachsen als überregionaler Fachverband zu den aktuellen Entwicklungen im Freistaat Sachsen formuliert.
Damit verfolgen wir unser Ziel, den kritischen, fachlichen Diskurs in politischen Gremien, der Verwaltung und der Öffentlichkeit anzuregen und zu fördern.

September 2010
LAG Schulsozialarbeit Sachsen e.V.

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